Von der Mail zum Blogbeitrag: Ein KI-Workflow mit n8n und Weblication® CMS
30. Jul 2026
Aus eingereichten Mails werden beim Kreativstammtisch Kiel jetzt automatisch Blogbeitrags-Entwürfe – mit n8n, Claude und einer eigenen REST-API für Weblication® CMS. Ein Einblick in den Workflow, der aus einer wiederkehrenden Fleißarbeit einen geprüften Automatismus macht.
Ausgangslage: Viele Mails, immer dieselbe Arbeit
Gemeinsam mit Wiebke Christophersen betreibe ich kreativstammtisch.de – das Netzwerk für Kreative in Kiel. Kreative schicken uns per Mail Hinweise auf Ausstellungen, Veranstaltungen, freie Ateliers oder Gesuche, damit sie auf der Website und im Newsletter erscheinen. Diese Einreichungen sind fast immer in der Ich-Form geschrieben und persönlich an uns adressiert. Vor der Veröffentlichung fällt deshalb jedes Mal dieselbe redaktionelle Arbeit an: Perspektive in die dritte Person umschreiben, Anrede und Grußformeln entfernen, Fakten glätten, sauberes HTML bauen, Metadaten setzen, Beitrag im CMS anlegen.
Inhaltlich anspruchsvoll ist das nicht – aber es kostet Zeit, und die Schritte sind so gleichförmig, dass sie sich für eine Automatisierung geradezu anbieten.
Der Workflow im Überblick
Die Lösung besteht aus drei Teilen, die zusammenspielen:
- n8n als Automatisierungsplattform, die auf meinem eigenen Server läuft und den gesamten Ablauf orchestriert
- Claude (Anthropic) als KI-Redakteur, der aus der eingereichten Mail einen veröffentlichungsreifen Beitrag formuliert
- Eine selbst entwickelte REST-API für Weblication® CMS, die den Beitrag direkt als Dokument im CMS anlegt
Der Ablauf: Eine Mail geht im Postfach ein und wird per IMAP-Trigger abgeholt. Ein Whitelist-Filter prüft, ob der Absender bekannt ist – nur dann geht es weiter. Claude schreibt aus dem Mailtext einen Beitrag nach festen redaktionellen Regeln und liefert das Ergebnis als strukturiertes JSON zurück. Die API legt daraus einen unveröffentlichten Beitrag im CMS an. Zum Schluss gehen zwei Mails raus: eine interne Benachrichtigung mit dem Link zum Entwurf – und eine freundliche Empfangsbestätigung an die einreichende Person.
Die Bausteine im Detail
Whitelist statt offener Tür
Ein Postfach, das automatisch Inhalte auf eine Website bringt, ist ein potenzielles Einfallstor. Deshalb verarbeitet der Workflow ausschließlich Mails von Absendern, die auf einer gepflegten Whitelist stehen. Alles andere wird ignoriert. Die Liste liegt als einfaches, kommagetrenntes Feld in einem Konfigurations-Node – neue Absender sind in Sekunden ergänzt, ohne dass am Workflow selbst etwas geändert werden muss.
Claude als Redakteur mit festem Regelwerk
Der KI-Node bekommt nicht einfach die Anweisung „mach daraus einen Blogpost". Er arbeitet mit einem ausführlichen Prompt, der die redaktionellen Regeln des Kreativstammtischs abbildet: Ich-Form wird zur dritten Person, der Absender wird gleich im ersten Satz benannt, harte Fakten (Termine, Orte, Preise, Kontakte) bleiben erhalten und werden normalisiert, persönliche Anreden und Bitten an uns fliegen raus. Auch die HTML-Vorgaben sind Teil des Prompts – nur semantische Elemente, keine Inline-Styles, keine CMS-Artefakte.
Das Ergebnis kommt als striktes JSON zurück: Titel, Slug, Meta-Description, Keywords, HTML-Body, Kategorievorschlag und – wichtig – ein Feld für Hinweise. Fehlen zentrale Angaben oder widersprechen sich Quellen, erfindet die KI nichts, sondern vermerkt es dort.
Eine eigene REST-API für Weblication® CMS
Weblication® CMS bringt von Haus aus keine öffentliche REST-API für das Anlegen von Dokumenten mit. Also habe ich eine kleine, dokumentierte API (inklusive OpenAPI-Spezifikation) gebaut, die genau das kann: Ein Login-Endpunkt erzeugt eine reguläre Weblication-Session, ein weiterer Endpunkt kopiert die Blog-Vorlage, setzt Titel, Beschreibung und Keywords und ersetzt den Haupttext. Die Pfade zum Inhaltsprojekt werden zur Laufzeit ermittelt – nichts ist hartcodiert, die API funktioniert projektunabhängig.
Der Mensch bleibt in der Schleife
Der für mich wichtigste Punkt: Der Workflow veröffentlicht nichts. Der Beitrag wird im CMS angelegt, bleibt aber unfreigegeben und damit unsichtbar. Die interne Benachrichtigungsmail enthält den Link zum Entwurf, den Kategorievorschlag und die Hinweise der KI. Erst nach redaktioneller Prüfung – stimmen die Fakten, passt der Ton, ist die Kategorie richtig? – wird der Beitrag freigegeben.
Die einreichende Person bekommt gleichzeitig eine automatische Bestätigung: Die Mail ist angekommen, ein Entwurf ist erstellt, der Beitrag ist in Prüfung. Das nimmt Rückfragen vorweg und fühlt sich trotzdem persönlich an.
Lessons Learned
Ein paar Erkenntnisse aus dem Bau des Workflows:
- Token-Limits ernst nehmen. Der Anthropic-Node in n8n begrenzt die Antwortlänge standardmäßig auf 1024 Tokens. Bei längeren Beiträgen wird das JSON dann mitten im Text abgeschnitten – der Parser läuft ins Leere. Limit hochsetzen und im Parser eine klare Fehlermeldung für genau diesen Fall vorsehen.
- KI-Ausgaben defensiv parsen. Auch mit der Anweisung „nur JSON, kein Markdown" liefern Sprachmodelle gelegentlich Code-Fences mit. Ein robuster Parser entfernt solche Artefakte, statt daran zu scheitern.
- Konfiguration von Logik trennen. Whitelist, API-URL und Empfängeradressen liegen in einem einzigen Set-Node. Anpassungen im Alltag berühren die eigentliche Workflow-Logik nicht.
- Entwurf statt Veröffentlichung. Eine KI, die direkt publiziert, wäre technisch trivial gewesen – und inhaltlich fahrlässig. Der Freigabeschritt im CMS ist kein Umweg, sondern das Sicherheitsnetz des gesamten Systems.
Fazit
Die Kombination aus n8n, einem sorgfältig instruierten Sprachmodell und einer schlanken, eigenen API macht aus einer wiederkehrenden Fleißarbeit einen Automatismus mit eingebauter Qualitätskontrolle. Die KI übernimmt das Formale – Perspektivwechsel, Struktur, sauberes HTML –, während die redaktionelle Verantwortung dort bleibt, wo sie hingehört: beim Menschen. So sinnvoll eingesetzt, ist KI kein Ersatz für Redaktionsarbeit, sondern ihr bester Zuarbeiter.
Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erzeugt.
